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Der Mittelspitz
gehört zu den gefährdeten Rassen
Verbreitung:
Spitzartige Hunderassen kommen in ganz Europa vor.
Herkunft:
Deutschland. Der Spitz ist eine der ältesten deutschen Hunderassen, er wird
auf den steinzeitlichen Torfhund „Canis familiaris palustris Rüthimeyer“
zurückgeführt.
Bestand:
Laut Zuchtbuchauszug ab 1996 gibt es bei den weißen Großspitzen 6 Rüden und
5 Hündinnen und bei den schwarzen Großspitzen 4 Rüden und 3 Hündinnen in
Deutschland. In Tschechien, in der Slowakei, in Holland und in Frankreich
findet man noch ein paar Züchter von weißen Großspitzen. Bei den
Mittelspitzen sind die Bestandszahlen nur geringfügig besser. Nach den
neusten Recherchen wurden keine braunen Exemplare der Großspitze mehr
gefunden (2001).
Gefährdungsgrad:
Mittelspitz: Kategorie II
(stark gefährdet) laut der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter
und gefährdeter Haustierrassen.
Der Mittelspitz – früher und heute
Irmgard Fischer
Schon immer gab es ihn,
den Mittelspitz. Er war wohl die Urform unserer Spitze, die verbreitetste
Form in der Bevölkerung. Grössere und kleinere gab
es natürlich auch, je nach Verwendung und Zufallspaarungen. Eine Zucht im
heutigen Sinne fand nicht statt. Die Spitzrasse erhielt sich, war robust,
genügsam, brauchbar für fast alles und es fielen immer auch Prachtexemplare
im heutigen Sinn. Außerdem eine große Farbpalette, die wir heute nicht mehr
haben. Seit 1899 kümmert sich der Verein für Deutsche Spitze um Zucht und
Ausstellung. Die Größeneinteilung wurde noch locker gehandhabt, entweder
wurden die „Mittleren“ den Klein- oder den Großspitzen zugerechnet, je nach
Schulterhöhe. Viele Kleinspitze waren damals auch kräftiger als heute, die
Großspitze teilweise kleinere, eher stattliche Mittelspitze nach heutigem
Standard.
Schon 1927 stellte
die LG Westfalen den Antrag, den Mittelschlag anzuerkennen. Sie scheiterten
– es lag am lieben Geld. Damals bekamen die Siegerhunde Geldprämien – es
wäre einfach zu teuer gekommen. Versuche gab es immer wieder von engagierten
Spitzfreunden, aber es war ein langer Weg.
Als die Einteilung
und Zucht nach Größe eingeführt wurde, entstand von 28 bis 40 cm ein
„Nichts“. Auch in der DDR war dies so und blieb es auch. Hier wie dort war
das sehr schade, viele gute, kräftige Hunde gingen der Zucht verloren.
Der Anfang
In der BRD wurde
1969 der Mittelschlag zugelassen. Das haben wir einer handvoll engagierter
Leute zu verdanken. Allerdings wurde die Größe bis max. 36 cm festgelegt,
Idealmaß 32 cm. Es klaffte also immer noch ein Loch von 4 cm, doch damit war
zu leben. Heute ist die Idealgröße 2 cm höher, also 34 cm, was auch
realistisch ist. Es wurden die selben Farben wie beim Kleinspitz zugelassen,
nur wurde die komplette Prämolarenzahl verlangt, wie beim Großspitz. Endlich
konnten nun größere Kleinspitze umgeschrieben werden, die ausgestellt werden
und in die Zucht gehen. Fast alle unsere Mittelspitze haben Kleinspitzeltern
bzw. Großeltern. Natürlich werden auch wieder kleinere geboren, die zurück
in die Kleinspitzklasse umgeschrieben werden. Leider ist aus unseren
Ahnentafeln die Größe nicht ersichtlich. Nur Insider wissen dies noch, weil
sie die Vorfahren noch kennen. Prämolarfehler bringen Probleme von den
Kleinspitzen zu den Mittelspitzen. Leider wissen die umgeschriebenen
Kleinspitze nicht, dass sie jetzt Mittelspitze sind und alle Zähne verlangt
werden, ebenso ihre Nachkommen.
Nach der Zulassung
als eigenständige Spitzvarietät 1969 wurde kein Wurf eingetragen. Erst 1973
fiel ein Wurf mit fünf schwarzen Welpen. Zwinger „v. Hohen Bohl“ von Fritz
Blankenhorn, Dettingen/Teck. Er war der Vater des Züchters Kurt Blankenhorn,
„v. Lenninger Tal“. Außerdem ein weißer Wurf mit fünf Welpen „v. Gabriela“.
Dieser Name taucht nicht wieder auf. Im selben Jahr fallen auch zwei graue
Welpen, Zwinger „Stammer Höhe“. Offenbar auch hier keine Fortsetzung. 1974
kein Wurf. 1975 vier Würfe mit 14 Welpen in schwarz. Jetzt taucht ein neuer
Zwinger auf, der noch heute besteht: „v. Hanauer Land“, von Familie Mezger.
1976 zwei Würfe mit 14 Welpen schwarz. Eine weiße Hündin wird aus der DDR
übernommen, „Sindi v.d.Warte“. Da zu damaliger Zeit kein Austausch möglich
war, bleibt im Dunklen, wie dies bewerkstelligt und was aus der Hündin
wurde, denn sie taucht nicht mehr auf. In das Register wird eine orange (!=
Hündin) eingetragen. Ebenfalls in das Register eine weiße Hündin (aus NL):“Corrie“, Stamm-Mutter der Zucht von Christel Overbeck, Zwinger „v.
Wolf“. Corrie wurde Ahnin vieler weißer Mittelspitze, auch meiner. Sie
vererbte gute Fruchtbarkeit, beste Mütter und Geburten und Größe. In ihrem
ersten Wurf 1977 wurde ein Rüde, ein Großspitz – „Amor v. Wold“ Er ging in
die Zucht und ist noch in den alten Ahnentafeln zu finden. Ganz berühmt
wurde der Rüde „Loriot v. Wold“. Aus der Kleinspitzzucht von Frau Overbeck
stammend und umgeschrieben. Er ist noch überall in den Ahnentafeln zu
finden, aber schon ganz hinten. Er war der hochprämierteste Mittelspitz
seiner Zeit und der ganze Stolz der Eheleute Lüger in Bochum.
1978 ein Wurf mit
fünf schwarzen Welpen, ein Wurf mit drei weiße Welpen im Register. 1979
werden auf den Ausstellungen nur 15 Mittelspitze gezeigt. 1985 waren es
schon 57 Tiere, doch die Zucht bleibt gering wie in den Vorjahren. Aber – es
werden braune geboren, drei Würfe mit neun Welpen.
1994 war die höchste
Wurfzahl: 18 Würfe mit 71 Welpen in den Farben weiß(37), schwarz, braun und
grau und andersfarbig. Diese Wurfzahl wird bis 1999 nicht mehr erreicht.
1997 sieben Würfe
mit 29 Welpen, weiß (15), schwarz (7), braun (2), im Register zwei Würfe mit
8 Welpen, weiß. Aber auf den Ausstellungen werden 177 Mittelspitze bewertet,
allein 36 auf der Jubiläumsschau in Stuttgart!
Ausblick
Die Wurfzahl ist
zur Zeit gering, schwarze und andere Farben fehlen. Hier sollten sich
Züchter finden, die sich gut vorbereiten und dann auch durchhalten. Welpen
in schwarz, braun, grau, orange sind kaum zu finden. Weiße sind teilweise
reichlich vorhanden. Gut wäre, schon in der Welpenliste der Vermittlung
anzugeben, ob im Wurf einer größer wird. Zur Zeit müssen die Käufer alle
Kleinspitzzüchter durchtelefonieren, ob das evtl. der Fall ist. Die
Wurfgröße ist oft erstaunlich klein. Der Durchschnitt von ca. vier Welpen
wird nur durch „Ausreißer“ von sieben und mehr Welpen erreicht, was schon
als Wunder angesehen wird. Von der Größe her kann der Mittelspitz aber mehr
Welpen bekommen. Wichtig ist nicht nur auf Ausstellungsschönheiten zu
züchten, diese Gefahr ist zur Zeit akut. Allerdings ist der Erfolgsdruck
erheblich. Beachtung finden nur noch überirdische Schönheiten. Fitness,
Fruchtbarkeit, Mutterinstinkt und Charakter inkl. Intelligenz dürfen darüber
nicht vergessen werden.
Außerdem – nicht nur
unsere Hunde sind super, es gibt auch in der Dissidenz gute Tiere vom alten
Schlag, die wir gut brauchen können. Die Gefahr „im eigenen Saft zu
schmoren“ ist groß. Hier sollte eine Öffnung stattfinden und vor allem keine
weiteren Erschwernisse für Registerhunde. Niemand ist sonst bereit, diese
wichtigen Tiere einzusetzen. In den einzelnen Farben ist es eng, auch bei
den Weißen, vielfach stammen sie aus gemeinsamen Ahnen. Die Tiere aus dem
benachbarten Ausland haben auch schon oft unsere Hunde in den Vorfahren.
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